Es ist immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis den ersten Christopher-Street-Day einer Stadt mitzuerleben. Ein so gemischtes und umfangreiches Event wie in Celle kannte ich bisher nur von einem anderen CSD. Die Veranstalter sind für ihre hervorragende Arbeit, die sie sicherlich auch enorm gefordert hat, zu Recht hoch gelobt worden.

Am 11.06.2024 versammelten sich in Celle am Bahnhof laut Polizei knapp 600 Menschen für den ersten CSD in der schönen Stadt. Weitaus mehr als Veranstalter Marcus Manske und das Team des CSD erwartet haben. Diese gingen von 200 bis 250 Teilnehmern aus. Damit dürfte klar sein wie wichtig die Pride für diese Stadt ist, und wie viele Menschen hinter ihr stehen um für Menschenrechte zu demonstrieren.
Auch wir sind Celle!
Die Celler war nicht allein. Viele mit denen ich gesprochen habe waren so wie ich und meine Begleiter*Innen angereist. Ein wunderbares Gefühl so viel Solidarität und Verbundenheit zu sehen. Gerade in der jetzigen Zeit, in der die Politik überall Kernthema ist und stark polarisiert. Und natürlich einen Tag vor der Europawahl, dessen Ergebnisse sicherlich sehr viele aus der queeren Community befürchtet, und im Nachhinein auch schockiert haben. Aber was hat das mit dem CSD zu tun?
Der CSD ist Politik.
Ob man das nun will, oder nicht. Wir stehen auf und erheben unsere Stimme für unsere, und die Rechte aller anderen Menschen. Leider gerät die Tatsache das es sich bei dem Christopher-Street-Day um eine politische Veranstaltung handelt zu häufig in den Hintergrund. Dies war in Celle nicht der Fall. Denn auch laut, bunt und gut gelaunt lassen sich Forderungen stellen und auf Missstände hinweisen. Unsere Community ist lebensfroh. Das bedeutet keinesfalls das uns die Sache nicht wichtig ist. Das Gegenteil ist der Fall. Denn obwohl die queere Community von Tag zu Tag mehr in die Ecke gedrängt wird, gibt sie nicht auf.
Der CSD Celle war ein ausgezeichnetes Beispiel für Vielfalt, Engagement und Leidenschaft. Er vereinte marginalisierte Gruppen für eine gemeinsame Sache unter dem Regenbogen, welcher schlicht und ergreifend für Menschlichkeit steht.

Eine Sache die mich persönlich sehr bewegte war die Spendenbereitschaft der Teilnehmer*Innen. Ich bin äußerst dankbar für die vielen Spenden welche mir überwiegend in Papierform überreicht wurden, und die ich dem CSD-Team natürlich zu einhundert Prozent weitergeben konnte. Deine Spende hilft enorm, und sei es nur ein Euro, die Kosten für diese Veranstaltung zu deckeln oder auch andere Projekte zu finanzieren.
Unterstützt deine Community!
Sei Teil von etwas Größerem. Zeig Flagge und sei bunt. Unterstütze die Veranstaltungen und CSD´s. Dazu bedarf es nicht unbedingt Geld. Teile Bilder und erhöhe die Reichweite durch Likes und das Teilen von Beiträgen in den sozialen Medien. Mach dich und deine Community sichtbar und unterstütze so Veranstalter, Creator und Freunde. Sei für andere da und stell dich gemeinsam mit anderen gegen den Rechtsruck.
Vor noch gar nicht langer Zeit bin ich gefragt worden was ich mir für die Zukunft wünschen würde. In dem Augenblick war ich zugegebenermaßen etwas überrumpelt und weiß schon nicht mehr was ich genau geantwortet habe. Inzwischen weiß ich was ich sagen würde.
Ich wünsche mir das diese Community überall auf der Welt wieder zu der bunten und starken Familie wird die ich so sehr liebe. Frei von Vorurteilen und Hass, dafür voll von Freunden und Begegnungen auf Augenhöhe.
Vielleicht ein bisschen mehr so wie es in Celle war. =)

