Auf dem Weg zu einer offenen Gesellschaft!
Am 05.07.2025 wurde der bereits zweite Christopher Street Day vom Oberbürgermeister der Stadt Neumünster eröffnet. Und es macht sich damit auch etwas Erleichterung breit, denn der Weg zum Ziel war, wie es häufig so ist, nicht einfach.
Bereits im Vorfeld wurde durch die neonazistische Partei „Die Heimat“ (ehemals NPD) eine Gegendemo angemeldet. Wie sinnvoll eine Gegendemo zu einer Demonstration für Menschenrechte ist lasse ich einmal so im Raum stehen. Allein schon wegen dieser Ankündigung war die Situation im Vorfeld angespannt, denn niemand wusste was genau passieren wird. Während die Polizei mit knapp 200 Einsatzkräften vor Ort war, brachte die angekündigte Gegendemo knapp 35 Personen auf die Straße, welche wiederum einer Mauer aus etwa 330 Teilnehmenden entgegenstand. Zunächst völlig unabhängig vom CSD standen verschiedenste Facetten des linken Spektrums den Störern gegenüber. Die Menschen denen wir gemeinsam mit der Polizei verdanken das der Christopher Street Day selbst völlig ungestört und friedlich verlief. Von den Vorfällen um den CSD herum bekamen die Teilnehmenden nahezu überhaupt nichts mit. Und so hat sich wieder einmal gezeigt wie wichtig ein CSD ist, wie wichtig der Kampf für Menschenrechte ist, und wie Solidarität funktioniert.

Nicht zuletzt deswegen lag die Zahl der Teilnehmenden der queeren Community bei über 700 Personen laut Polizei. Denn viele, mich eingeschlossen, erkannten die Wichtigkeit der Veranstaltung und entschieden sich an diesem Wochenende ganz bewusst für einen Besuch der knapp 80.000 Einwohnerstadt. Dementsprechend war auch die Presse gut vertreten.
Die Veranstalter:Innen des bunten Tischchens e.V. begrüßten unter anderem die Lübeck Pride, den LSVD, die Eltern gegen Rechts, die Puppies and Friends Schleswig-Holstein und die Omas gegen Rechts. Die Möglichkeiten zur Information über queere Themen waren unheimlich breit gefächert. Meiner Ansicht nach überdurchschnittlich. Denn ein so breites Altersspektrum wird nicht selbstverständlich abgedeckt.
Eine offene Gesellschaft, weg von der binären Denkweise
Das ist es, was die Veranstaltung einfordert – Ein sehr gut durchdachtes Konzept. Umfangreich und politisch wie unsere derzeitige Lage in der Welt nun einmal ist. Wir bewegen uns auf einem Grat, und jede Entscheidung, jede Tat verändert den Ausgang der Situation ganz drastisch. An diesem Tage zum guten. Denn die queere Community hat gezeigt das sie sich nicht einschüchtern lässt, das sie lauter ist als der Hass und das wird mehr sind! Das kann man nun natürlich anfechten und uns weiterhin als Minderheit abtun, die Zahlen sagen da jedoch etwas ganz anderes.

Das Thema der Regenbogenfahne auf dem Reichstag wird an anderer Stelle bereits genug durchgekaut. Und wenn Klöckner, Merz und Konsorten der Ansicht sind das ihre Haltung neutral sei wenn sie sich nicht klar für Menschenrechte positionieren müssen diese Personen das auch mit ihrem Gewissen, soweit noch eines vorhanden ist, vereinbaren.
In Neumünster hängt jedenfalls eine Regenbogenfahne vor dem Rathaus.
Die Lokation der Veranstaltung war hervorragend. Ausreichend Platz zwischen Bäumen auf einer Wiese. Genug Möglichkeiten um sich auch etwas zurückzuziehen, Kontakte zu knüpfen, neue Freunde zu finden und den Tag zu genießen. Wir hätten uns für die Veranstaltung zwar etwas besseres Wetter gewünscht, doch zumindest sind wir vom Regen während des Events verschont geblieben bis auf ein paar wenige Tropfen. Doch der bewölkte Himmel und der Wind sorgten dafür das sich der Platz recht schnell leerte. Allerdings ging es selbstverständlich auch darum das alle Teilnehmenden sicher wieder nach Hause kommen.
Ich verbuche den CSD Neumünster 2025 als großen Erfolg und denke das wir noch viel von dieser Stadt erwarten dürfen.

